Kinofilm: PS, ich liebe Dich

PS. ich liebe Dich

Gestern bin ich noch kurz entschlossen in die Spätvorstellung ins Kino gegangen. Primär, weil ich von meinem Schreibtisch vom Elektriker vertrieben wurde, der mir den Strom für irgendwelche Arbeiten kappte. Nicht informiert, was überhaupt im Kino läuft, hätte ich die Wahl zwischen Liebesschnulze „P.S., ich libe Dich“, Verschwörungsactionthriller „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ und einem Letzer-Überlebender-Scifi „I Am Legend“. Ich entschied mich für die Schnulze und soweit es mich betrifft sollte dieser Film noch einmal von einem deutschen oder französischen Filmemacher gemacht werden. Wobei … vielleicht lag es ja auch an der Synchronisation und dem Umstand, dass ich Synchronisationen mittlerweile immer als künstlich aufgesetzt empfinde.

Ich fand den Film nur solala. Es fängt damit an, dass ein Ehepaar eingeführt wird, dass sich streitet. Die Streitdialoge sind seltsam. Ich denke die Sätze waren zu lang, es wirkte unecht und viel zu abrupt kam die Versöhnung. Zu abgedroschen ist die Socke am Nackten Bein durch den Türschlitz um einen Liebesszenen-Auftakt einzuleiten. Ende des Vorspanns, es folgt die Filmrolle mit romantischen Fotos. Die Bilder stimmen mich tatsächlich endlich ein in eine romatische Liebesschnulze. Hilary Swank ist sehr fotogen und hat ein nettes Lächeln und auch Gerard Butler, der nach der Filmrolle dann prompt in die Urne verfrachtet wurde und auf dessen „Wake“ (Totenwachenparty dürfte die treffendste Übersetzung sein) wir landen, ist ein Partner der zu Hilary Swank passt.

Total pervers ist die Denise Partnersuche, die die Freundin der Witwe ist und von Lisa Kudrow (bekannt aus Friends). Der Seleketionsprozess ist denkbar einfach: Knackiger Hintern, nicht Schwul, berufstätig und wenn das positiv ist noch ein Kuss als abschließender Test. Fällt der Kandidat bei einem der Kriterien durch, verschwendet Denise keine weitere Sekunde ihres Lebens mehr mit dem Mann und dreht sich grußlos von ihm ab. Der Selektionsprozess wird konstant durchgeführt auch auf dem Wake. Leicht amüsiert von dem Gag aber sicherlich nicht mit der dem Herzen bei der armen Witwe folge ich dem weiteren Geschehen. Gleich von Beginn fällt eine Rolle positiv auf und zieht mich ins Geschehen: Harry Connick junior, der Daniel Connelly Barman in der Bar von Hollys Mutter. Holly ist die Wittwe. Er schmachtet die Wittwe an und kann sich ihr angesichts der Situation nicht gleich anmachen. Szenen mit ihm sind durchweg gut. Und auch William (Schauspieler: Jeffrey Dean Morgan), der Freund des Toten, mit dem Holly als _dem_ ersten Mann nach ihrem verstorbenen Mann ins Bett, steigt, haben Charme und machen Spaß, kann aber auch sein, dass es einfach das Lächeln und der reizvolle nackte Körper des Schauspielers ist und nicht das Spiel.

Die meiste Zeit war ich unbeteiligte Beobachterin, phasenweise so gelangweilt, dass ich sogar überlegte, ob ich meine Zeit nicht doch anders verbringen will.

Damit würde ich sagen ist der Film durchgefallen. Wobei mich trotz des mäßigen Kinoerlebnisses, mit die anderne beiden Filme von den Vorspann-Filmen her nicht reizen. Also kein weiterer Kinofim in nächster Zeit. Das heißt, der neue Disney-Film mit der Märchenbuchwelt-Prinzessin in Realwelt New York könnte mich reizen, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob ich dafür den Weg zum Kino auf mich nehmen will und eine Karte kaufen. Ach ja der Asterix-film der derzeit ebenfalls im Kino läuft „Asterix bei den olympischen Spielen“ … die Vorschau war ein totaler Flopp. Eine wahre Empfehlung sich Zeit und Geld zu sparen.

PS: Die Filmbeschreibung ist eine glatte Lüge. Die Briefe senden die Wittwe nicht in Abenteuer, mit Aufgaben, die innerhalb eines Monats erfüllt werden müssen. Die Briefe sind ein Weg für den verstorbenen Mann, seiner Frau zu zeigen, was er in ihr gesehen hat und hoch romatisch. Es ist eine echte Schande, dass dieser romantische, tiefgründige Aspekt des Films in der Beschreibung vollkommen untergeht.